Spargelanbau

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Spargelzeit

Da der Spargel viel Wärme erfordert und besonders während der Stechzeit warme Temperaturen braucht, werden hohe Ansprüche an Lage und Klima gestellt. So trägt für den guten Geschmack des Spargels wesentlich der Boden mit bei. Die Flugsandböden im Schrobenhausener Land mit einem Lehm- und Tonanteil von ca. 20 % sind gut zu bearbeiten und erwärmen sich schnell.

Auf den nachfolgenden Seite zeigen wir Ihnen, wie der Spargelanbau von der Anzucht bis zur Ernte undVermarktung abläuft.

Jahreszeitliche Impressionen

Asparagus officinalis

Quelle: Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera

Spargel (Asparagus) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Die wirtschaftlich wichtigste Art dieser Gattung ist der als Kulturpflanze bekannte Gemüsespargel(Asparagus officinalis L.).

Spargel ist eine Staude, die den Winter als Wurzelstock überdauert, um im Frühjahr neu auszutreiben. Diese mit feinen schuppigen Schutzblättern versehenen Sprosse sind nichts anderes als der uns bekannte Spargel.

Kultiviert man Spargel in Hügelbeeten, so erhält man weiße Stangen. Sind diese während der Vegetation Licht ausgesetzt, so verfärben sie sich erst violett und blau (Anthocyan) und später grün. Spargel wird mit Spezialmessern direkt über dem Wurzelstock abgestochen, sobald die Hügelbeete Risse zeigen und die Spargelköpfe durch die Erde brechen. Eine Spargelpflanzung bringt nach drei bis vier Jahren die ersten vollen Erträge. Nach 6 bis 10 Jahren Nutzung ist dann eine Neuanpflanzung erforderlich. Damit die Wurzelstöcke auch im nächsten Jahr kräftig treiben, muss der Pflanze nach der Spargelsaison genügend Zeit bleiben, Assimilate zu gewinnen, die den Nährstoffvorrat bis zur nächsten Saison darstellen.

Daher kommt der Spruch: „Kirschen rot, Spargel tot“, denn zum Johannistag am 24. Juni soll die Ernte abgeschlossen sein. Somit kann man jedes Jahr spätestens ab Mitte April ca. zehn Wochen lang heimischen Spargel genießen.

Geschichte

Spargel war schon vor mehr als 2000 Jahren den Griechen ein Begriff. Salzsteppen und sandige Meeresdünen Osteuropas, Vorder- und Mittelasiens sind vermutlich sein Ursprungsgebiet.

Bei uns wurde Spargel erstmals Mitte des 16. Jahrhunderts im Stuttgarter Lustgarten kultiviert. Anfänglich war nur grüner Spargel bekannt, die weiße Variante kam erst Ende de

s 19. Jahrhunderts in Mode. Während der beiden Weltkriege wurde Spargel fast nicht mehr kultiviert, da er wegen seines geringen Energiegehaltes nicht als „Sattmacher“ dienen konnte.

Chronik

    • vor 500 v. Chr.: Verwendung des Spargels als Heilpflanze vermutlich in China, Persien und Griechenland
    • um 400 v. Chr.: Hippokrates erwähnt wilden Spargel als Heilpflanze
    • um 300 v. Chr.: Theophrast führt erstmals Spargel als Speisepflanze auf
    • um 160 v. Chr.: Cato verfasst die erste Spargelanbau-Anleitung
    • um Chr. Geburt: Apicius fertigt das erste schriftliche Spargelrezept
    • 304 n. Chr.: Kaiser Diokletian erlässt das erste Spargel-Dekret
    • 362 n. Chr.: Orobasius, ein Arzt, verfasst die erste Monographie über Spargel
    • um 900 n. Chr.: Im Benediktinerkloster St. Gallen wird Spargel für die Apotheke gezogen
    • um 1100 n. Chr.: Der Byzantiner Seth erwähnt Spargel
    • um 1300 n. Chr.: Peter de Crescentiis beschreibt Spargel
    • ab 1484 n. Chr.: Ausführliche Behandlung des Spargels in Kräuterbüchern
    • 1565 n. Chr.: Erster urkundlich erwähnter Anbau von Spargel in Deutschland – im Lustgarten zu Stuttgart
    • um 1750 n. Chr.: Beginn der „Massenproduktion“ von Spargel
    • um 1760 n. Chr.: „Entdeckung“ des Bleichspargels
    • 1852 n. Chr.: Erste Dosenkonservierung des Spargels in Braunschweig
    • 1985 n. Chr.: Das „Deutsche Spargelmuseum“ wird in Schrobenhausen eröffnet

Quelle: In Anlehnung an Englert/Wodarz (1985): Spargel. Geschichte-Anbau-Rezepte. Gütersloh. 

Anzucht

Die einjährigen Spargelpflanzen werden aus Samen gezogen. Die Züchter müssen eine Auslese betreiben. Es werden derzeit ca. 20 verschiedene Spargelsorten angebaut.

Vorbereitung und Pflanzung

Bodenvorbereitung

Der Spargel ist eine Dauerkultur, die 8 – 10 Jahre im Boden bleibt. Deshalb ist es besonders wichtig, den Boden gründlich vorzubereiten. während dieser Vorbereitungszeit für die Neuanlage eines Spargelfeldes, die in der Regel ein bis zwei Jahre in Anspruch nimmt, muß der Boden gut mit Nährstoffen, insbesondere mit Humus, angereichert und tief gelockert werden.

Pflanzung

Im zeitigen Frühjahr werden die einjährigen Spargelpflanzen mit einer Pflanzmaschine gepflanzt. Es werden etwa 3 Pflanzen pro laufenden Meter. in einem ca. 20cm tiefen Pflanzgraben abgelegt. Die Spargelpflanzen werden dann mit einer dünnen Erdschicht abgedeckt. Der Reihenabstand liegt bei 180 bis 200 cm.

Pflege und Kultur

Der Spargel braucht viel Pflege. So muss das Spargelkraut in Junganlagen und nach der Spargelernte geschützt werden. Um einen Befall mit Schaderregern oder tierischen Schädlingen, sowie einen unerwünschten Unkrautwüchs frühzeitig zu erkennen , ist eine regelmäßige Kontrolle des Bestandes notwendig. Im Spätherbst muss das Kraut beseitigt und für die Vorbereitung zur Ernte von Bleichspargel am Ende des Herbstes bzw. im zeitigen Frühjahr aufgedämmt werden.

Ernte

Der Spargel wird im 2. Jahr das erste Mal geerntet. Erst im 4. Jahr kann die Erntezeit von etwa zwei Monaten genutzt werden, da der Spargel dann zu seiner vollen Größe und Ertragsfähigkeit herangewachsen ist. Die Spargelernte ist 6 – 8 Jahre wirtschaftlich.

Bevor ab Ende März geerntet werden kann, wird bei Bleichspargel, nicht bei Grünspargel, die Erde über den Pflanzen angehäufelt, damit der Sproß weiß bleibt. Dies geschieht mit Dammpflügen oder Dammfräsen. Die Ernte selbst ist reine Handarbeit – jede einzelne Stange muß mit der Hand gestochen werden. Dabei wird die Spargelstange mit der Hand freigelegt und mit dem Spargelmesser abgeschnitten. Anschließend wird das Loch wieder mit Erde zugefüllt und der Boden mit dem Glätter glattgestrichen. Dies erfordert einen sehr hohen Arbeitsaufwand der fast  50% der Kosten ausmacht.

Um die Kosten zu reduzieren werden auch Erntehilfen, die das Einsammeln und den Abtransport des Spargels erleichtern, eingesetzt. Die Möglichkeit der maschinellen Ernte wird derzeit erprobt. Dabei schneidet ein Messer 10 cm über der Spargelkrone den Spargeldamm durch. Allerdings gibt es durch den hohen Anteil an kurzen Stangen eine erhebliche Ertragsminderung.

Das Spargelstechen endet spätestens am 24.Juni. Der weitere Austrieb in der verbleibenden Vegetation ist für die Regeneration notwendig.

Aufbereitung und Vermarktung

Spargel ist ein sehr empfindliches Gemüse. Damit die Qualität nicht leidet wird Spargel sofort nach der Ernte gewaschen und mit Eiswasser abgekühlt (Schocken).
In einem weiteren Arbeitsgang wird der Spargel mittels einer Wasch- und Abschneidemaschine  auf eine Länge von max. 22 cm gerade abgeschnitten.
Schrobenhausener Spargel wird gemäß der Vermarktungsnorm UNECE in die Klassen Extra, I und II sortiert. Die Klasseneinteilung erfolgt einmal aufgrund der Stangenstärke bzw. Mindestdurchmesser, des weiteren nach äußeren Qualitätskriterien wie z.B. Stangenform und Kopfqualität.
Als Verbraucher können Sie auch geschälten Schrobenhausener Spargel kaufen. Manche Betriebe bieten diesen zusätzlichen Schälservice an. Der geschälte Spargel ist küchenfertig.

Spargel ist ein sehr empfindliches Gemüse. Damit die Qualität nicht leidet wird Spargel sofort nach der Ernte gewaschen und mit Eiswasser abgekühlt (Schocken).
In einem weiteren Arbeitsgang wird der Spargel mittels einer Wasch- und Abschneidemaschine  auf eine Länge von max. 22 cm gerade abgeschnitten. Schrobenhausener Spargel wird gemäß der Vermarktungsnorm UNECE in die Klassen Extra, I und II sortiert. Die Klasseneinteilung erfolgt einmal aufgrund der Stangenstärke bzw. Mindestdurchmesser, des weiteren nach äußeren Qualitätskriterien wie z.B. Stangenform und Kopfqualität.
Als Verbraucher können Sie auch geschälten Schrobenhausener Spargel kaufen. Manche Betriebe bieten diesen zusätzlichen Schälservice an. Der geschälte Spargel ist küchenfertig.

Marktdaten

Spargel wird in Bayern überwiegend im Schrobenhausener Anbaugebiet (Städtedreieck München – Augsburg – Ingolstadt), in Abensberg (Niederbayern), in Kitzingen und Volkach (Unterfranken), im Nürnberger Knoblauchsland (Mittelfranken) sowie im oberfränkischen Bamberg kultiviert.

Im restlichen Deutschland wird Spargel in Nordbaden, Südhessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen sowie auf den Sandböden Brandenburgs, in Thüringen und Sachsen-Anhalt angebaut. Zu den wichtigsten europäischen Anbauländern gehören Frankreich, Spanien, die Niederlande, Belgien, Ungarn, Griechenland und Polen.

Mit einem Anteil von rd. 14 % am gesamten Freilandgemüseanbau in Deutschland liegt Spargel an der Spitze vor allen anderen Gemüsearten. Bayern belegt bundesweit mit 7,7 % Anteil am Spargelanbau den sechsten Platz. Ein Drittel der bayerischen Spargelflächen (1.700 ha, davon 1.300 ha in Ertrag stehend) liegt im Schrobenhausener Anbaugebiet. Im Jahr 2004 bauten in Deutschland ca. 4.500 Betriebe rd. 72.000 t Spargel auf einer Fläche von knapp 17.000 ha an. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt in der Bundesrepublik bei 1,4 kg.

Aktuelle Preise

Während der Spargelzeit stellt der Bayerische Bauernverband jeden Montag ab 14 Uhr  die aktuellen Spargelpreise beim Direktabsatz ab Hof telefonisch wie auch online zur Verfügung.

Den Service erreichen Sie unter den folgenden Nummern:

  • 089 – 55 873 504 für die Anbaugebiete Schrobenhausen/Pörnbach und Abensberg
  • 0951 – 96 517 148 für das Anbaugebiet Franken

Online sind die Preise unter http://www.bayerischerbauernverband.de/erzeugerpreise-spargel abzurufen.