Monatsarchiv Mai 2020

VonSpargelerzeugerverband Südbayern e.V.

Aufzeichnungspflichten der neuen Düngeverordnung – gültig ab sofort!

Die neue Düngeverordnung 2020 wurde heute im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt damit ab 01.05.2020 in Kraft.

Das heißt, ab sofort ist eine Düngedokumentation notwendig und der Nährstoffvergleich entfällt!

Da das Bundeslandwirtschaftsministerium die Verordnung inzwischen auch formell veröffentlicht hat, gelten die Regeln der neuen Düngeverordnung. Unter anderem ist es damit ab sofort Pflicht, Aufzeichnungen der Düngung für jeden Schlag bzw. jede Bewirtschaftungseinheit zu erstellen.

Konkret bedeutet dies: Wer ab 01.05.2020 Gülle oder Mineraldünger ausbringt, muss das dokumentieren. Die bereits erfolgten Düngemaßnahmen müssen nicht rückwirkend aufgezeichnet werden.

Folgende Punkte müssen bis spätestens zwei Tage nach der jeweiligen Düngemaßnahme aufgezeichnet werden:

  • eine eindeutige Bezeichnung des Schlages, der Bewirtschaftungseinheit (z.B. FID, Schlagbezeichnung, Verweis auf laufende Nummerierung Flächennutzungsnachweis)
  • die Größe des Schlages, der Bewirtschaftungseinheit
  • Art und Menge des aufgebrachten Düngers
  • die aufgebrachte Menge Gesamtstickstoff und Gesamtphosphat sowie für organische und organisch-mineralischen Dünger zusätzlich die verfügbare Stickstoffmenge.

Bei Weidehaltung hat der Betriebsinhaber zusätzlich die Zahl der Weidetage sowie die Art und Zahl der auf der Weide gehaltenen Tiere nach Abschluss der Weidehaltung aufzuzeichnen. Die Zwei-Tages-Frist gilt hier also nicht.

Die aufgebrachten Mengen der Nährstoffe sind bis zum Ablauf des 31. März des Folgejahrs zu einer betrieblichen Gesamtsumme des jährlichen  Nährstoffeinsatzes zusammenzufassen.

Ausgenommen von der Dokumentationspflicht zur Düngebedarfsermittlung und Aufzeichnung der Düngemaßnahmen sind weiterhin Betriebe mit weniger als 15 ha und max. 2 ha Gemüse-, Erdbeeranbau und einem Nährstoffanfall von max. 750 kg N pro Jahr und keine Aufbringung von aufgenommenen Wirtschaftsdüngern bzw. Gärresten.

Jedem Landwirt steht es frei, in welcher Form die Aufzeichnungen nach Düngeverordnung zu erfolgen haben. Als Hilfe bei der Düngedokumentation stellen BBV, MR, LKP und LKV  gemeinsame Formblätter für die Düngedokumentation zur Verfügung. Je nach Betriebs- und Anbaustruktur bestehen unterschiedliche Anforderungen an eine Düngedokumentation, zwischen denen Sie sich frei entscheiden können:

Schlagkarteiblatt (Empfehlung)
Damit hat der Betrieb die Möglichkeit, alle bei Düngung und Pflanzenschutz relevanten Angaben auf einer Seite in einer Schlagkartei zu dokumentieren.

Tagebuch Aufzeichnung Düngung
Mit diesem Blatt besteht die Möglichkeit der Dokumentation einer gleichen Düngemaßnahme gleichzeitig für mehrere Flächen, z.B. die erste Frühjahrsgabe zu einer Kultur, wenn sie in gleicher Höhe mit gleichem Dünger für verschiedene Schläge erledigt wird.

Schlagweise Aufzeichnung Düngung
Dieses Dokument ist eine für die Düngedokumentation auf die wichtigsten Punkte reduzierte Version der Schlagkartei.


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